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EU-finanziertes Forschungsnetzwerk zu Antisemitismus NERON in Wien präsentiert

EU-finanziertes Forschungsnetzwerk zu Antisemitismus in Wien präsentiert

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EU-finanziertes Forschungsnetzwerk zu Antisemitismus in Wien präsentiert EU-Kommission fördert NERON-Forschungsnetzwerk zu Antisemitismus und jüdischem Leben in Europa mit €3,4 Mio. Präsentation in Wien am 29. Juni 2026. Topics: Nachrichten, Politik.

Die Europäische Kommission hat offiziell NERON (Network for European Research on Jewish Life and Antisemitism) gestartet — ein neues Forschungsnetzwerk zur Untersuchung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens in Europa. Das Projekt wurde am Abend des 29. Juni 2026 in Wien präsentiert. An der Veranstaltung nahmen EU-Kommissar Magnus Brunner, Staatssekretär Alexander Pröll und EU-Forschungskommissarin Ekaterina Zaharieva teil. Das Budget des Netzwerks beträgt €3,4 Millionen aus dem Programm Horizon Europe. Was NERON ist, wer beteiligt ist und warum dieses Projekt jetzt startet.

Was NERON ist und welche Ziele es verfolgt

NERON steht für Network for European Research on Jewish Life and Antisemitism — Europäisches Forschungsnetzwerk für jüdisches Leben und Antisemitismus. Das Projekt wird aus Horizon Europe finanziert, dem größten Forschungsrahmenprogramm der EU. NERON soll seine Arbeit im Oktober 2026 aufnehmen und ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt.

Zwei Institutionen leiten das Projekt: das Europäische Hochschulinstitut (EUI) in Fiesole (Italien) und das Londoner Institute for Jewish Policy Research (JPR). Das Netzwerk wird führende Forscher aus ganz Europa zusammenbringen, um eine solide wissenschaftliche Grundlage für die Bekämpfung von Antisemitismus zu schaffen. Laut EU-Kommission ist das Projekt eine Flaggschiff-Initiative der EU-Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens (2021–2030).

Warum die EU dieses Netzwerk jetzt startet

Antisemitismus in Europa nimmt wieder zu. Wie EU-Kommissar Magnus Brunner bei der Präsentation in Wien erklärte: “Wir sehen, dass der Antisemitismus wieder rasant zunimmt.” Dieses Problem betreffe nicht nur die jüdische Gemeinschaft — es gefährde die Grundwerte ganz Europas. Besorgniserregende Entwicklungen in der österreichischen Politik, darunter der zunehmende Einfluss rechter Kräfte, unterstreichen die Dringlichkeit des Projekts.

Derzeit arbeiten Forscher mit “sehr fragmentarischem Wissen” darüber, wie sich Antisemitismus entwickelt, erläuterte JPR-Direktor Jonathan Boyd. Nationale Studien sind oft isoliert, verwenden unterschiedliche Methoden und ergeben kein vollständiges Bild. NERON soll diese Lücken schließen und eine einheitliche europäische Wissensbasis schaffen.

“Wenn Juden in Europa sich nicht frei bewegen können, sind die Grundrechte aller Europäer gefährdet.”

— Magnus Brunner, EU-Kommissar für Inneres und Migration

Laut EU-Agentur für Grundrechte (FRA) steigen antisemitische Vorfälle in mehreren EU-Mitgliedstaaten weiter an. Die Sitzung der Arbeitsgruppe zur EU-Strategie fand vom 30. Juni bis 1. Juli 2026 in Wien statt, unmittelbar im Anschluss an die NERON-Präsentation.

Wer das Projekt in Wien vorgestellt hat

Die NERON-Präsentation in Wien brachte hochrangige Vertreter der EU-Kommission und der österreichischen Regierung zusammen. Die Fördervereinbarung wurde am selben Tag unterzeichnet.

Schlüsselpersonen bei der Präsentation:

  • Magnus Brunner — EU-Kommissar für Inneres und Migration, Österreicher, ÖVP-Mitglied
  • Ekaterina Zaharieva — EU-Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation
  • Alexander Pröll — Staatssekretär der Republik Österreich
  • Katharina von Schnurbein — EU-Koordinatorin für die Bekämpfung von Antisemitismus und die Förderung jüdischen Lebens
  • Professor Erik Jones — Direktor des Robert-Schuman-Zentrums für Fortgeschrittene Studien (EUI)
  • Jonathan Boyd — Geschäftsführender Direktor des Institute for Jewish Policy Research (JPR)

Staatssekretär Alexander Pröll betonte: “Antisemitismus hat in Österreich keinen Platz. Wer jüdisches Leben angreift, greift die Grundwerte der Republik an.”

Wie NERON arbeiten wird: Sechs Säulen

Das Projekt basiert auf sechs zentralen Säulen, die jeweils einen wichtigen Aspekt der Antisemitismusforschung und -bekämpfung abdecken:

  1. Kartierung der Forschungslandschaft — Aktualisierung des Europäischen Forschungsarchivs zum jüdischen Leben (EJRA), Sammlung von Daten zu bestehenden Studien und Methoden
  2. Aufbau eines gesamteuropäischen Netzwerks — Organisation von Workshops, Seminaren und Pilotprogrammen zur Vernetzung von Forschern, Politikern und jüdischen Gemeinden
  3. Sommerakademie und Praktika — Ausbildung einer neuen Generation von Forschern in den Bereichen Antisemitismus und jüdisches Leben
  4. Verbindung von Wissenschaft und Politik — Umwandlung akademischer Ergebnisse in praktische Empfehlungen für Regierungen und EU-Institutionen
  5. Kommunikation und öffentliche Beteiligung — Start einer Website, eines Newsletters und eines visuellen Erscheinungsbilds für NERON
  6. Interdisziplinärer Ansatz — Integration der Antisemitismusforschung mit dem Studium jüdischen Lebens, Kultur und Geschichte

Wie Jonathan Boyd betonte: “Man kann jüdisches Leben nicht unterstützen, wenn man es nur durch die Linse der Bedrohung betrachtet.” Daher wird NERON nicht nur Antisemitismus untersuchen, sondern auch das zeitgenössische jüdische Leben in seiner ganzen Vielfalt.

Was das für Österreich bedeutet

Für Österreich hat der Start von NERON eine besondere Bedeutung. Die Präsentation fand in Wien statt, und eine Schlüsselfigur des Projekts — Magnus Brunner — ist Österreicher. Das Land spielt seit langem eine wichtige Rolle in der europäischen Erinnerungskultur und im Kampf gegen Antisemitismus.

Obwohl das Projekt europäisch ausgerichtet ist, werden seine Ergebnisse die österreichische Politik in den Bereichen Migration, Integration und Antidiskriminierung direkt beeinflussen. Laut JPR nimmt Antisemitismus nicht nur in rechtsextremen Kreisen zu, sondern auch unter Jugendlichen und im Kontext internationaler Konflikte. Die evidenzbasierten Empfehlungen von NERON werden den österreichischen Behörden helfen, gezieltere Maßnahmen zu entwickeln.

Häufig gestellte Fragen

Wofür steht die Abkürzung NERON? NERON steht für Network for European Research on Jewish Life and Antisemitism (Europäisches Forschungsnetzwerk für jüdisches Leben und Antisemitismus).

Wie viel Förderung stellt die EU bereit? Die EU-Kommission stellt €3,4 Millionen aus dem Programm Horizon Europe für drei Jahre bereit.

Wann beginnt das Netzwerk seine Arbeit? NERON soll offiziell im Oktober 2026 starten und bis 2029 laufen.

Wer koordiniert das Netzwerk? Zwei führende Institutionen: das Europäische Hochschulinstitut (EUI) in Italien und das Institute for Jewish Policy Research (JPR) in London.

Warum fand die Präsentation in Wien statt? Wien ist ein zentraler europäischer Ort für Erinnerungskultur und die Bekämpfung von Antisemitismus. Zudem ist EU-Kommissar Magnus Brunner Österreicher.

Bedeutung des Projekts für Europa

NERON ist das erste gesamteuropäische Forschungsnetzwerk dieser Größenordnung, das sich Antisemitismus und jüdischem Leben widmet. Das Projekt sammelt nicht nur Daten — es beeinflusst direkt die EU-Politik. Wie Kommissarin Ekaterina Zaharieva betonte: “Um Antisemitismus wirksam zu bekämpfen, müssen wir verstehen, wie er sich entwickelt und äußert.” Die Ergebnisse von NERON werden den Regierungen der EU-Staaten helfen, präzisere Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Der Start in Wien bestätigt: Österreich bleibt eine zentrale Plattform für den europäischen Dialog zum Schutz der Grundrechte.

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