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Rechte Parteien in Österreich – FPÖ-Wahlkampfveranstaltung mit österreichischen Flaggen

Rechte Parteien in Österreich: FPÖ und die politische Rechte im Überblick

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Rechte Parteien in Österreich: FPÖ und die politische Rechte im Überblick Rechte Parteien in Österreich – FPÖ, rechte Bewegungen und ihre politische Entwicklung. Wahlprogramm, Positionen und aktuelle Umfragen im Überblick. Topics: Nachrichten, Politik.

Die politische Landschaft Österreichs hat sich in den letzten Jahren deutlich nach rechts verschoben. Mit der FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) als stärkster Kraft bei der Nationalratswahl 2024 ist die Frage nach den rechten Parteien in Österreich relevanter denn je. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Parteien, ihre Programme und ihre Entwicklung.

Die FPÖ: Geschichte und ideologische Entwicklung

Die Freiheitliche Partei Österreichs wurde 1956 gegründet und durchlief eine wechselvolle Geschichte. Ihre ersten beiden Obmänner, Anton Reinthaller und Friedrich Peter, waren ehemalige SS-Offiziere. In den 1960er und 1970er Jahren bewegte sich die Partei zeitweise in Richtung politische Mitte und galt als liberale Kraft.

Der entscheidende Wendepunkt kam 1986, als Jörg Haider die Parteiführung übernahm und die FPÖ konsequent nach rechts rückte. Haider machte die FPÖ zu einer der erfolgreichsten rechtspopulistischen Parteien Europas. Unter seiner Führung erreichte die Partei bei der Nationalratswahl 1999 mit 26,9 % ihr damaliges Rekordergebnis und bildete 2000 eine Koalitionsregierung mit der ÖVP – das erste Mal seit 1945, dass eine rechtspopulistische Partei an einer europäischen Regierung beteiligt war. Die EU verhängte daraufhin diplomatische Sanktionen gegen Österreich.

Nach internen Machtkämpfen und der Abspaltung des BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich) im Jahr 2005 übernahm Heinz-Christian Strache die Führung. Unter ihm erlebte die FPÖ einen erneuten Aufschwung und wurde 2017 mit 26 % drittstärkste Kraft, erneut in einer Koalition mit der ÖVP. Die Ibiza-Affäre 2019 brachte die Partei in eine schwere Krise und führte zum Bruch der Koalition.

Herbert Kickl und der Aufstieg zur stärksten Kraft

Seit 2021 führt Herbert Kickl die FPÖ. Der frühere Innenminister und langjährige Strategiechef der Partei hat sie weiter radikalisiert. Bei der Nationalratswahl 2024 wurde die FPÖ mit 28,85 % erstmals stärkste Kraft und stellt mit 57 von 183 Sitzen die größte Fraktion im Nationalrat.

Wie die Tagesschau berichtet, setzt das Wahlprogramm der FPÖ auf die sogenannte «Festung Österreich» – eine Politik der strikten Migrationskontrolle mit dem Ziel, die Zahl der Asylanträge auf null zu reduzieren und «Remigration» durchzusetzen. Kickl verwendet wiederholt Begriffe der Identitären Bewegung und spricht von einem «Stopp der Völkerwanderung».

International ist die FPÖ auf europäischer Ebene Gründungsmitglied der Patriots.eu (vormals Bewegung für ein Europa der Nationen und der Freiheit) und sitzt mit ihren sechs EU-Abgeordneten in der Fraktion Patrioten für Europa (PfE).

Die FPÖ ist keine normale Partei mehr, sie ist eine rechtsextreme Partei, die systematisch daran arbeitet, demokratische Institutionen auszuhöhlen.

— Cas Mudde, Politikwissenschaftler, Universität Georgia

Rechte Parteien in Österreich – Nationalratswahl 2024: FPÖ-Wahlergebnis nach Bezirken

Weitere rechte Parteien und Gruppierungen

Neben der FPÖ gibt es in Österreich weitere rechte und rechtspopulistische Parteien und Bewegungen:

BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich) – 2005 von Jörg Haider nach seiner Abspaltung von der FPÖ gegründet, war die Partei in Kärnten lange stark vertreten. Nach Haiders Tod 2008 verlor sie jedoch rasch an Bedeutung und ist heute praktisch bedeutungslos.

Team Kärnten – Eine regionale Partei in Kärnten, die aus dem bürgerlich-liberalen Spektrum kommt und sich thematisch auf Landespolitik konzentriert. Sie gilt nicht als rechtsextrem, vertritt aber konservative Positionen.

MFG (Menschen Freiheit Grundrechte) – Ursprünglich als Protestpartei gegen die Corona-Maßnahmen entstanden, hat sie sich inhaltlich nach rechts entwickelt. Die Partei verbindet Impfgegnerschaft mit migrationskritischen Positionen und hatte zwischenzeitlich einige Mandate in Oberösterreich und Salzburg inne.

Identitäre Bewegung Österreich (IBÖ) – Die IBÖ ist keine Partei, sondern eine außerparlamentarische rechtsextreme Bewegung, die eng mit der FPÖ vernetzt ist. Sie propagiert völkischen Nationalismus und «Ethnopluralismus». Mehrere IBÖ-Aktivisten wurden in der Vergangenheit zu Wahlkampfhelfern der FPÖ.

Laut dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) wird die FPÖ im aktuellen Rechtsextremismusbericht 2025 mit zahlreichen Fällen rechtsextremer Vorfälle genannt.

Zentrale politische Positionen der rechten Parteien

Die rechten Parteien in Österreich eint eine Reihe von Kernpositionen, unterscheiden sich jedoch in der Radikalität ihrer Forderungen:

Migrations- und Asylpolitik: Die FPÖ fordert eine drastische Reduzierung der Zuwanderung. Konkret verlangt sie «Null Asylanträge» für Österreich, die Ausweisung abgelehnter Asylbewerber und eine Begrenzung des Familiennachzugs. Sozialleistungen sollen nur österreichischen Staatsbürgern zustehen – ein Kernpunkt des FPÖ-Programms.

EU- und Außenpolitik: Die FPÖ ist EU-skeptisch, fordert jedoch keinen Austritt («Öxit»). Stattdessen setzt sie auf eine «Rückführung von Kompetenzen» an die Mitgliedstaaten. Sie lehnt EU-Sanktionen gegen Russland ab und positioniert sich als Neutralitätspartei. International pflegt die FPÖ enge Kontakte zur ungarischen Fidesz von Viktor Orbán und zur französischen Rassemblement National.

Gesellschafts- und Identitätspolitik: Die FPÖ positioniert sich gegen sogenannte «Gender-Ideologie» und fordert ein Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst sowie an Schulen. Die Partei setzt auf traditionelle Familienbilder und lehnt die Vermittlung von LGBTQ+-Inhalten im Unterricht ab.

Wirtschafts- und Sozialpolitik: Wirtschaftspolitisch vereint die FPÖ wirtschaftsliberale mit sozialpopulistischen Positionen. Sie fordert niedrigere Steuern, insbesondere für Unternehmen und Kleinverdiener, und eine Stärkung des Sozialstaats – allerdings beschränkt auf österreichische Staatsbürger.

Nach Darstellung von PolitPro positioniert sich die FPÖ im politischen Spektrum als rechtspopulistisch und EU-skeptisch, während die ÖVP als christdemokratische Mitte-Rechts-Partei und die SPÖ als sozialdemokratische Mitte-Links-Partei einzuordnen sind.

Rechte Parteien in Österreich – Österreichische Flaggen vor dem Parlamentsgebäude in Wien

Wahlentwicklung und politischer Einfluss

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der FPÖ bei den Nationalratswahlen der letzten Jahrzehnte:

JahrStimmenanteilSitzePosition
199926,9 %52Zweitstärkste Kraft
200210,0 %18Verlust nach Regierungsbeteiligung
200817,5 %34Erholung unter Strache
201320,5 %40Kontinuierlicher Aufstieg
201726,0 %51Koalition mit ÖVP
201916,2 %31Ibiza-Effekt
202428,85 %57Stärkste Kraft

Wie die Heinrich-Böll-Stiftung analysiert, ist der Erfolg der FPÖ nicht isoliert zu betrachten. Ähnliche Entwicklungen zeigen sich in vielen europäischen Ländern – von der AfD in Deutschland über den Rassemblement National in Frankreich bis zu den Regierungsparteien in Ungarn und Italien.

Kontroversen und rechtsextreme Vorfälle

Die FPÖ wird seit Jahrzehnten von einer Vielzahl rechtsextremer Vorfälle begleitet. Das Mauthausen Komitee dokumentiert regelmäßig Fälle von NS-Verherrlichung und neonazistischen Aktivitäten innerhalb der Partei. Der Rechtsextremismusbericht 2025 des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes listet zahlreiche Vorfälle auf, darunter:

– Die Mitglieder der Burschenschaft Olympia, einer Verbindung mit Verbindungen zum organisierten Neonazismus, hatten mehrfach Schlüsselpositionen in der Partei inne – darunter Harald Stefan und Norbert Nemeth, die 2025 an Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP beteiligt waren. – Mehrere FPÖ-Politiker wurden wegen Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz verurteilt. – Die Partei wird regelmäßig vom Verfassungsschutz beobachtet.

Die ÖVP schloss eine Koalition mit der FPÖ unter Kickl zunächst aus. Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und NEOS im Januar 2025 beauftragte Bundespräsident Alexander Van der Bellen jedoch die FPÖ mit der Regierungsbildung – ein historischer Schritt, der in ganz Europa aufmerksam verfolgt wurde.

Häufig gestellte Fragen

Welche rechten Parteien gibt es in Österreich? Die bedeutendste rechte Partei ist die FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs). Daneben gibt es regionale Gruppierungen wie Team Kärnten sowie die außerparlamentarische Identitäre Bewegung.

Wie stark ist die FPÖ bei der letzten Wahl? Bei der Nationalratswahl im September 2024 erreichte die FPÖ mit 28,85 % ihr bisher bestes Ergebnis und wurde erstmals stärkste Kraft. Sie stellt 57 der 183 Nationalratsabgeordneten.

Ist die FPÖ rechtsextrem? Die Einordnung ist umstritten. Die FPÖ selbst bezeichnet sich als rechtspopulistisch und sozialpatriotisch. Der Verfassungsschutz und das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes dokumentieren jedoch zahlreiche rechtsextreme Vorfälle innerhalb der Partei.

War die FPÖ schon in der Regierung? Ja. Die FPÖ war von 2000 bis 2005 in einer Koalition mit der ÖVP (Schüssel I/II) und erneut von 2017 bis 2019 (Kurz I). Nach der Wahl 2024 wurde sie mit der Regierungsbildung beauftragt.

Ausblick: Die Rechte in Österreich

Die politische Rechte in Österreich ist aktuell so stark wie nie zuvor in der Zweiten Republik. Mit einem Wähleranteil von knapp 29 % ist die FPÖ die dominierende Kraft im rechten Spektrum und hat die konservative ÖVP überflügelt. Die künftige Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, ob die Partei ihre Umfragewerte halten und eine stabile Regierungsbeteiligung umsetzen kann.

Für Zugewanderte und ausländische Fachkräfte bedeutet der Rechtsruck eine veränderte politische Landschaft. Die von der FPÖ geforderten Verschärfungen im Aufenthalts- und Sozialrecht könnten die Rahmenbedingungen für Migration nach Österreich deutlich verändern.

Was Sie tun können: Bleiben Sie mit uns über die politische Entwicklung in Österreich informiert. Wir analysieren, wie politische Entscheidungen Zugewanderte und ausländische Fachkräfte betreffen. Abonnieren Sie den how2austria.com-Newsletter, um keine wichtigen Updates zu verpassen.

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